慕尼黑
德国
Sendlingertorplatz 慕尼黑艾滋纪念 自 17 2002
无名
Entwurf Wolfgang Tillmans
aus der Festschrift

Die Säule ist die älteste und am weitesten verbreitete Form des Denkmals. Sie ist Abstraktion der menschlichen Figur wie eine symbolische Verbindung zwischen Himmel und Erde. Dieser klassischen Rolle will sich die Säule, die Wolfgang Tillmans für sein Münchener AIDS-Memorial gewählt hat, nicht entziehen. Doch verbindet sich deren traditionelle Symbolik mit einer Ästhetik des Alltäglichen.

AIDS ist unerwartet und ungewollt zu einem Teil unserer Gesellschaft geworden. Dieser unbequemen Tatsache stellt sich der Entwurf von Wolfgang Tillmans auf sinnfällige Weise. Sein Konzept besteht aus einer schlichten Geste: Er holt eine der blau verkachelten Säulen aus dem Tiefgeschoß der U-Bahnstation als genaue Replik ans Tageslicht und stellt sie auf dem darüber liegenden Sendlingertorplatz auf. Zwei kleine, die Säule flankierende Sitzbänke verleihen der vorher kaum beachteten architektonischen Stütze die Ausstrahlung des Besonderen und definieren unaufdringlich einen Ort des Nachdenkens.

Fast scheint es, als könne die einzelne Säule des AIDS-Memorials auch ihre Geschwistersäulen in der U-Bahnebene aktivieren und ihre Botschaft von einem der zentralen Verkehrknotenpunkte Münchens aus in die weitere Umgebung der Stadt transportieren. Foto © Wilfried Petzi, München

16 2002
Bernhart Schwenk, München